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Mein Anfang: Die Sinn-Frage

17/3/2019

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Triggerwarnung: Depression. Suizid.

Das Leben ist voller Geschichten. Jeder Tag ist eine, jeder Lebensabschnitt, und ja, das eigene Leben als ganzes auch. Da ist es manchmal schwer zu wissen, wo man anfangen soll mit dem erzählen. Für die Geschichte, die ich erzählen möchte, fange ich im Jahr 2017 an. Das Jahr, wo ich mir die Sinn-Frage stellte, und keine Antwort fand. Das Jahr, wo ich mich selber wirklich, ehrlich kennenlernte. Das Jahr, wo ich mich bewusst auf meinen Weg machte.
An meine Jugend erinnere ich mich schwammhaft. Einige Momente, Menschen, Situationen. Vor allem erinnere ich mich daran, dass ich nicht bewusst gelebt habe. Ein Tag wurde zum nächsten und so floss das Leben daher. Mit der Zeit, fragte ich mich immer wieder: Warum? Was mache ich hier, auf dieser Welt, auf diesem Planeten? Warum existiere ich? Und dann fing ich an, Gründe zu sammeln, Missionen auszuformulieren. Ich dachte, dass wenn ich einen Satz habe, der genau den Kern erfasst, weswegen ich hier bin, dann… dann hätte mein Leben einen Sinn.

Und so schrieb ich meine Sätze, engagierte mich in verschiedensten Bereichen, und trug zu einer ‚besseren‘ Welt bei. Und doch nagte es in mir. Immer wieder kam die Frage auf: Warum bin ich hier? Und immer wieder fand ich eine Antwort. Aber es schien nicht auszureichen.
Anfang 2017 war es dann soweit. Ich musste einsehen, dass ich keine befriedigende Antwort hatte. Und ohne Antwort hatte mein Leben keinen Sinn. Uff.

Es war die schwerste, tiefgreifendste Depression, die ich in meinem Leben erfahren hatte. Ohne Sinn, sah ich keinen Grund mich dem Schmerz für diese Welt, den ich in mir trage, auszusetzen. Warum das Leid auf mich nehmen?

Ich habe oft von Menschen gehört: „ich könnte mir nicht das Leben nehmen, was ist mit all den anderen, die um mich trauern würden?“.
Es war mir egal. Ich war so taub, so hoffnungslos, dass ich nur dachte: „ach, die werden das irgendwann verarbeitet haben.“ Implizit: So wichtig bin ich doch nicht.

Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, spüre ich ein Kribbeln im ganzen Körper. Wenn ich gewusst hätte wie… ich erinnere mich an folgende Szene: Es war ein Mittwochmorgen. Mein Mitbewohner war auf der Arbeit, meine Mitbewohnerin war den ganzen Tag über unterwegs. Ich war allein. Ich war in der Küche, und habe mir für mein Frühstücksporridge einen Apfel kleingeschnitten. Mir wurde bewusst, dass ich ein scharfes Messer in der Hand halte. Ich sank zu Boden, Tränen fluteten aus meinen Augen. Ich dachte: Ich könnte mich jetzt in die Badewanne legen, meine Pulsadern aufschneiden, und es würde mich niemand finden bis es zu spät ist. Das wäre aber kein schöner Anblick für deine Mitbewohner. Vielleicht schreib ich einen Zettel, dass sie die Polizei rufen sollen, und nicht ins Bad gehen sollen…

Und dann der Gedanke: Ich hab‘ gleich meine erste Therapiesitzung. Vielleicht bringt das ja was. Wenn nicht, kann ich es danach immer noch tun.

Ich hatte nämlich das Glück, Florian und seine Mitbewohnerin Janne zu kennen. Janne begleitet u.a. Menschen, in schwierigen Lebenslagen. Ich hatte zuvor mit Florian gesprochen, der sanft aber bestimmt empfohlen hat, Janne zu kontaktieren. Die Geldfrage würden wir später klären. Also schreib ihr doch einfach.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Florians Hinweis, und Janne mit ihrer unbeschreiblichen Gabe, genau das richtige zum richtigen Zeitpunkt zu sagen, mein Leben gerettet hat.
Ja… So wurde das gefühlte Ende zu einem Anfang. Der Anfang von meiner Fähigkeit, meine Emotionen und Bedürfnisse zu identifizieren und wertzuschätzen, und andere dabei zu unterstützen. Der Anfang von einem Weg der Selbsterkennung, der Heilung, und des Wandels. Der Anfang vom Rest meines Lebens. Wie das aussieht? Das ist eine andere Geschichte.

Aber zu guter Letzt die Frage: Was ist denn nun mein Sinn? Warum bin ich hier?
Ich bin hier, weil ich etwas beitrage. Mein Dasein allein trägt etwas bei – auch, wenn ich es manchmal nicht mitkriege. Wir sind alle verwoben - miteinander, und mit dem Leben. Wenn ich an einer Stelle des Netzes zum Glück beitrage, dann trägt es weiter. Diese Stelle kann auch ich selbst sein.

Und, was heißt das nun genau? Was ist meine Mission? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn ich in meiner Kraft bin. Wenn ich zum Leben beitrage. Wenn ich bewusst Entscheidungen treffe. Und solange ich diesem Gefühl folge, tu ich das wofür ich hier bin.
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